Michael Kleeberg
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Heiterkeit des Erfindens

„Denn es herrscht hier eine entspannte, epische Gelassenheit & (ja, sogar) Heiterkeit des literarischen Erfindens & Referierens, die Michael Kleeberg auf der Höhe seiner Möglichkeiten zeigen, seine Leser mit unterschiedlichsten literarischen Mitteln zu unterhalten & sie immer wieder zu überraschen.

Kleebergs „plasmatisches Erzählen“ kennt neben z.B. Inneren Monologen, Dialog-Passagen & Tagebuch-Briefen auch alle Stufen der Distanzierung: vom Humor über die Ironie bis zur Satire. Wenn der Autor z.B. auf einer Beerdigung die feine Hamburger Gesellschaft & das Auftreten einer bekannten „Fernsehpastorin“ mit satirischer Lust hochnimmt oder wenn er eine Vorstandssitzung a la Grandville ins Tierische übersetzt, wird ihm das so schnell keiner nachmachen können.

Fast demonstrativ (& polemisch gegen seine literarische deutschsprachige Kollegenschaft gerichtet) wählt Michael Kleeberg einen Protagonisten, der nichts (wie so oft bei uns) mit Literatur & Kunst zu tun hat & kein Intellektueller ist, sondern voll & ganz im kapitalistischen Geschäftsleben steht & an den „Trost der Dinge“ glaubt, den Luxus des Reichtums schätzt & an sein materielles Fortkommen denkt. Und wie schon in „Karlmann“ passt er seinen Helden in die überindividuellen Erkenntnismuster der Ethnologie, Verhaltens- oder der „Attraktionsforschung“ ein, wenn es zwischen Charly & Heike „funkt“.

Michael Kleebergs Souveränität offenbart sich jedoch am Schönsten darin, dass der Roman zwar ein brillantes Lesevergnügen bietet, aber gleichwohl von großer Trauer durchwirkt ist & bis in die Tiefen tödlicher Melancholie reicht.“

Wolfram Schütte in „Cultur-Mag.de“, 27.8. 2014

„Eine gewisse Meisterschaft“

„Wie, fragt sich der Erzähler, lässt sich ein solches Leben (…) überhaupt erzählen? Selbstverständlich ist er überzeugt, das zu können. Doch dazu bedarf es eben einer gewissen Meisterschaft.

Literarisch stützt sich das Modell auf John Updikes ‚Rabbit‘-Romane, stilistisch ist es geschult an Thomas Mann und Heimito von Doderer. In seiner aus Beobachtung und Selbstbeobachtung, Erfahrung und Lektüre gewonnenen  Lebens- und Welterfahrung aber gemahnt das Ganze an den unvergleichlichen Skeptiker Montaigne. Eine solche erzählerische, intellektuelle und menschliche Reife hat kaum ein anderes Buch des Herbstes zu bieten.“

Erhard Schütz, ‚Der Tagesspiegel“, 24. August 2014

„Das ist schon groß“

„Wer lesen will, wie assoziationsreich und entdeckungsselig, wie facettenreich und sorgfältig man beschreiben kann, der lese dieses Buch. Wie der Erzähler etwa das Chilehaus in Hamburg (…) zu einer modernen Kathedrale hochjubelt, das ist schon groß.

Was man als Leser so erhält, ist mehr als eine schön geschriebene Charakterstudie. Man erhält eine Art Freund und Sparringspartner, bei dem man die eigenen An- und Einsichten immer wieder gegen die (…) Figur des Charly Renn (…) halten kann, mal zustimmend, mal ablehnend, aber immer mit Anteilnahme und Gewinn.

Nicht nur an dieser Stelle hält man als Leser den Atem an.“

Dirk Knipphals in der TAZ, 23./24.8. 2014

Solitär

„Nun hat Kleeberg seine opulente Anthropologie eines modernen Jedermanns auf gleicher Höhe fortgeschrieben: Ein literarisches Ereignis über die Mitte der Gesellschaft, weil keiner sie so ins Bild bringt.

Keiner vermag es wie Michael Kleeberg, so minutiös, genauestens recherchiert und in sprachlicher Opulenz das Psychogramm eines derart literaturfernen
Mannes zu zeichnen.

In der deutschsprachigen Gegenwart ist Michael Kleeberg ein Solitär und bleibt es nach diesem Roman umso mehr.“

Ulrich Steinmetzger in den ‚Nürnberger Nachrichten‘ vom 21.8. 2014

Vaterjahre in neuen Rezensionen

FAS, 17.8., von Peter Körte

»Karlmann Renn ist endlich wieder da! Michael Kleebergs lebenskluger Roman ›Vaterjahre‹ weiß alles über den Mann in den besten Jahren und teilt es großzügig mit uns. … Kleeberg ist nicht nur ein Autor der einprägsamen Metaphern, der knappen, schlagenden Vergleiche wie der mitunter barock ausladenden Beschreibung, er hat auch die (bei Harold Brodkey genau studierte) Fähigkeit, aus einer Geste, einem kurzen Auflachen die halbe Lebensgeschichte eines Menschen zu entwickeln. … Wir Leser dagegen, erst recht, wenn man wie Charly ›in einem Alter angekommen ist, in dem das Präsens aufgehört hat, die wichtigste Zeitform zu sein‹, finden in Romanen wie ›Vaterjahre‹ den Trost der Literatur. Viel mehr kann man von einem Buch nicht verlangen. Man darf sich aber wünschen, dass Kleeberg bloß nicht aufhören möge, an Charlys Leben weiterzuschreiben.«

Süddeutsche Zeitung, 18.8., von Burkhard Müller

»Mit seinem ›Karlmann‹-Zyklus, von dem jetzt der zweite Band vorliegt, liefert er nichtweniger als eine physiognomische Geschichte der Bundesrepublik, psychisch, geistig und sozial, von den frühen Achtzigern bis in die Gegenwart.«

Welt am Sonntag, 17.8., von Tilman Krause

»Es kommt daher nicht von ungefähr, dass Michael Kleeberg in der deutschsprachigen Gegenwartsbelletristik eine Sonderrolle spielt. Die des Außenseiters nämlich. Für die Betriebsnudeln der Literaturszene ist er zu geerdet, zu erwachsen, was man jetzt wieder wunderbar an der Tatsache erkennen kann, dass die Jury für den Deutschen Buchpreis dieses souverän komponierte, handlungsreiche, aber auch stilistisch vielerlei Register ziehende Werk ignoriert und nicht einmal auf die Longlist setzt. Fragt sich nur, wen sie dabei mehr beschädigt: den Autor oder ihr eigenes Renommee …«

Sächsische Zeitung, 18.8., von Ulrich Steinmetzger

»Immer wieder setzt Michael Kleeberg punktgenaue Sentenzen, die man abschreiben und sich einrahmen möchte, gegen Ausschweifungen von geradezu Stifter’scher Akribie, die zum Überblättern verlocken. In der deutschsprachigen Gegenwart ist Michael Kleeberg ein Solitär und bleibt es nach diesem Roman, der am Montag erscheint, umso mehr.«

Kölner Stadt-Anzeiger, 16.8., von Markus Schwering

»Michael Kleeberg schreibt in ›Vaterjahre‹ sprachgewaltig die Biografie seines fiktiven Helden Karlmann fort.«

Suedkurier.de, 16.8., von Ulrich Steinmetzger

»Keiner vermag wie Kleeberg, so minutiös und in sprachlicher Opulenz das Psychogramm eines so literaturfernen Mannes herauszupräparieren.«

FAZ über Vaterjahre

15. August 2014

„Wie beiläufig die großen Augenblicke des Lebens über uns kommen, davon erzählt dieser große, kluge und tröstliche Roman.“

Kleeberg interviewt Karlmann

Vaterjahre

Wann passiert es schon einmal, daß ein Schriftsteller mit dem von ihm erfundenen Romanhelden plaudert?

Das Unzulängliche, hier wirds Ereignis!

Neue Lesetermine online

In der Rubrik Veranstaltungen stehen jetzt die Termine für Lesungen, Diskussionen etc. ab Spätsommer 2014

(wird laufend weiter aktualisiert)

Uwe Heldt

In tiefer Trauer nehme ich Abschied von meinem Freund, Lektor und Tennispartner Uwe Heldt, dem großen Liebhaber der Literatur und väterlichen Freund der Schriftsteller. Lieber Uwe, Du hast in dieser Branche nie Deinen Charakter verleugnet und nie Deinen Anstand preisgegeben. Viele haben Dich nicht nur geschätzt, sondern geliebt, ich auch.

Alle meine Segenswünsche gehen an seine Familie, an Claudia und Jonas.

„Unsere Seele ist entronnen wie ein Vogel dem Netze des Vogelfängers; das Netz ist zerrissen und wir sind frei.“
(Psalm 124)

Wir sind Weltmeister!

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